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Direct Action: Widerstand im Alltag

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Kurzfilme mit Beispielen und Anleitungen: Mit kleinen Mitteln viel erreichen

Wilk, Michael (1999): "Macht, Herrschaft, Emanzipation", Trotzdem Verlag in Grafenau (S. 66)
Es geht damit auch um die Verweigerung vorauseilenden Gehorsams, um die Sabotage freiwilliger Unterwerfung im Alltag. Unter dem Aspekt, daß es die AlItagskonditionierung ist, die Menschen unterwürfig macht, die Anpassungsverhalten täglich einübt und zementiert.

paroleEine Geschichte ...

Petra fährt mal wieder zu einer Demo. Immerhin hat sie ein eigenes Schild gebastelt und sich einen schönen Spruch ausgedacht. Während sie in der U-Bahn sitzt, wird sie deshalb immer wieder angesehen, ab und zu spreche andere Mitfahrerinnen sie an. Schnell ergeben sich Gespräche darüber, was sie mit der Parole eigentlich sagen will. Auf der Demo ist das anders.

Gespräche mit Passantinnen gibt es so gut wie keine. Das verhindern z.B. die Reihen martialisch aussehender Polizistinnen rings um die Demo. Oder die Reihen mehrheitlich uniformierter Demoteilnehmerinnen, die sich hinter Transparenten verbergen, deren Aufschriften ohne Szenewissen völlig unverständlich bleiben. Und Flugblätter hat auch kaum eine. Warum auch? Die meiste Zeit beziehen sich die Demonstrantinnen eh auf sich. Ach ja, irgendwie ist dieser Rahmen ganz schön unkommunikativ, denkt sicht Petra und latscht weiter. Auf dem Rückweg, wieder in der U-Bahn, vergleicht sie die Situationen. Und irgendwann rattert es in ihrem Kopf: Wenn mein Schild allein zu viel mehr politischen Gesprächen führt, wozu brauche ich dann diese blöde Demo? Ab diesem Tag nimmt Petra immer mal wieder ein einfaches Schild mit, wenn sie unterwegs in der U-Bahn ist – mit einem Spruch zu Themen, über die sie gerade diskutieren will. Und je nach Spruch klappt das erstaunlich gut.

Die Geschichte, basierend auf einer ,wahren' Gegebenheit, macht einige sehr grundsätzliche Aspekte von „Widerstand im Alltag“ deutlich: Auch ohne hohen Aufwand lassen sich interessante Effekte erzielen; kleine Aktionen schaffen intensive Kommunikation. Was für eine Protestkultur könnte sich entwickeln, wenn viele Menschen solche Alltagsaktionen machen würden, anstatt nur auf selbstbezüglichen Demonstrationen mitzulatschen oder Events zu besuchen?

Broschüre "Alltag in den Widerstand bringen"

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